Stichpunkte zur Werkbeschreibung
von Dr. U. Hauser-Suida 2002

1."Der Fluß des Lebens" - Offenheit als Grundkonzept

Sie zeichnet, malt, fotografiert, macht Objekte und installiert Räume. Neugierig, flexibel und experimentierfreudig ist sie immer bereit, auf die Komplexität der Wirklichkeit zu reagieren und sich offen zu halten für die Atmosphäre eines Ortes, für Gefühle, Gedanken, Ideen, ehe sie mit einer Arbeit beginnt. "Diese vernetzten Eindrücke werden dann mit den jeweils zielgerichteten Mitteln verdeutlicht", sagt sie selbst(M.F. Martin, Mai 2002).

Mareile F. Martin läßt sich nicht festlegen auf ein bestimmtes Medium, eine Technik, einen Stil, sondern sie begibt sich immer wieder auf die Suche nach der für ihr Thema angemessenen Form und dem adäquaten Material. Offenheit und Vielfalt sind oberstes Prinzip ihrer künstlerischen Arbeit, wobei die Grenzen zwischen den Medien oft fließend sind. "So entstehen die Werke immer in einem bestimmten Zusammenhang und sind wie der Fluß des Lebens nie einseitig und einem Genre verpflichtet."(s.o.)

2.Die Zeichnung als authentisches Medium - Grundthema: der Mensch

Mareile F. Martin kommt von der Zeichnung her, von der freien Aktzeichnung, die bis heute Grundlage ihrer Arbeit darstellt. Die Zeichnung gehört zu ihrem Innersten, wie sie sagt, hier kann sie ganz sie selbst sein, "unkonventionell und empfindsam". Die meist kleinen Zeichnungen von Liebespaaren sind äußerst expressiv, die Figuren schnell und spontan im Kontur erfaßt und auf das Wesentliche reduziert. Als Chiffren des Erotischen setzen sie Zeichen für Leidenschaft und Nähe, aber auch Verletzlichkeit und Distanz und können als Tagebuch - Notizen verstanden werden. Nacktheit als eine Form der Selbstbefragung und -erforschung steht auch im Zentrum ihrer Malerei (vgl. "Nackt in der Kunst", Ausstellung Künstlerhaus Speyer 2002).

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